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Was macht ein Kieferorthopäde / Kieferorthopädin?

Sind die Zähne einmal schief gewachsen oder passen die Zahnreihen nicht richtig aufeinander, stellt der Kieferorthopäde fest, warum der Schiefstand oder die Kieferfehllage bestehen.
Nach einer ausführlichen Befunderhebung bzw. Diagnostik wird der Kieferorthopäde die Kiefer ausformen und eine regelrechte Beziehung zwischen Ober- und Unterkiefer herstellen.
Die Zähne und Kiefer müssen verschiedene Aufgaben erfüllen – beißen, kauen, die Sprache formen. Das geht nur mit einem gesunden, funktional optimal zueinander passendem Gebiss.
Was bewirken kieferorthopädische Geräte?

Durch kieferorthopädische Apparaturen (herausnehmbar und festsitzend) wird auf die Zähne Druck ausgeübt, um deren Stellung im Kieferknochen zu verbessern und auch die Lage der Kiefer zueinander zu optimieren.
Was sind die Vorzüge bzw. Nachteile einer herausnehmbaren Spange?

Nicht alles ist in der Kieferorthopädie mit herausnehmbaren Spangen zu behandeln. Die herausnehmbaren Spangen kippen die Zähne oder ganze Zahngruppen, erweitern oder verkürzen die Zahnreihe. Wann sie gebraucht werden, entscheidet allein die/der Kieferorthopäde/in.
Ihr Vorteil ist: Man kann sie auch herausnehmen. Die Zahnpflege bleibt weiterhin wie gewohnt möglich.
Aber es gibt auch Nachteile: Sie werden auch herausgenommen, wenn sie im Mund sein sollten. Mitarbeit und regelmäßiges Tragen nachmittags und nachts, etwa 16 Stunden lang, ist notwendig, um das gewünschte Behandlungsziel zu erreichen.
Eine herausnehmbare Spange braucht mehr Platz im Mund, das Sprechen mit der Spange muss geübt werden. Nicht alle gewünschten Zahnbewegungen sind mit einer herausnehmbaren Apparatur möglich. Meistens wird sie im Milch- oder frühen Wechselgebiss zur Anwendung kommen.
Was sind die Vorzüge bzw. Nachteile einer festsitzenden Spange?

Man kann sie nicht herausnehmen. Eine feste Spange besteht aus den Brackets und Bändern, die auf den Zähnen befestigt werden. Die Brackets werden durch einen Draht in Zahnbogenform verbunden. Die Qualität bzw. das Material des Drahtes machen die Unterschiede in der Krafteinwirkung auf den Zähnen aus.
Vorteil ist für den Patienten: Die Spange ist stets wirksam und die Behandlung wesentlich schneller als mit herausnehmbaren Geräten. Aber es gibt auch Nachteile: Die Zahnpflege ist erschwert, man muss sich mehrmals täglich bemühen, alle Speisereste gründlich mit der Bürste und anderen Hilfsmitteln zu entfernen.
Wann sollte die Behandlung mit Kindern anfangen?

Viele Kinder bekommen ihre Spange mit acht oder neun Jahren. Dann beginnt der Zahnwechsel. Das Kieferwachstum ist jedoch noch nicht abgeschlossen, es kann deshalb vom Kieferorthopäden gezielt gesteuert werden. In der Pubertät ist eine Korrektur ebenfalls möglich. Für Jugendliche gibt es statt des Silberlächelns mittlerweile sehr ästhetische, kaum sichtbare Keramikbrackets.
Vielen Kindern bliebe eine langwierige Behandlungsprozedur erspart, wenn die Eltern mit ihrem Kind schon mit fünf bis sechs Jahren zu einem Fachzahnarzt für Kieferorthopädie gehen würden. Frühzeitig erkannte Fehlstellungen lassen sich nämlich schon oft mit spielerischen (myofunktionellen) Muskelübungen oder einfachen Maßnahmen wie einer Mundvorhofplatte behandeln. Ein späterer Behandlungsbeginn birgt die Gefahr, dass man um eine Spange meist nicht mehr herumkommt. Manchmal müssen Zähne gezogen werden, oder es ist sogar ein operativer Eingriff nötig. Die Berufsverbände der Kieferorthopäden und der Kinderärzte haben sich deshalb zu einer engen Zusammenarbeit entschlossen. Nach einem interdisziplinären Programm untersucht der Kinderarzt die Kinder im 3., 5. und 7. Lebensjahr auch kieferorthopädisch und fahndet nach Zahn- und Kieferfehlstellungen.
Was sind die häufigsten Gründe für die Behandlung?

Engstand:
Die Zähne stehen nicht in einem ordentlichen Bogen, sondern dicht verschachtelt.
Frontal offener Biss:
Die Seitenzähne beissen aufeinander, die Frontzähne aber nicht - ,,vorn entsteht ein Loch’’.
Zurückliegender Unterkiefer:
Die Oberkieferfrontzähne stehen weit vor den Unterkieferfrontzähnen.
Vorstehender Unterkiefer:
Die unteren Schneidezähne beißen vor die Oberkieferzähne.
Tiefer Biss:
Die unteren Zähne berühren den Gaumen beim Zubeißen.
Kreuzbiss:
Der Oberkiefer ist zu schmal und passt nicht richtig zum Unterkiefer.
Es gibt angeborene (in der Familie häufig auftretende Fehlstellungen, z.B. gehört der vorstehende Unterkiefer dazu) und erworbene Zahn- und Kieferfehlstellungen (z.B. durch zu langes Lutschen am Daumen oder Nuckel oder durch durch vorzeitigen, kariesbedingten Milchzahnverlust).
Wie wirkt eine herausnehmbare Zahnspange?

Drähte und Schrauben sind so konstruiert, dass der Kiefer gestreckt und gedehnt wird und Zähne verschoben werden. Plattenapparaturen wirken fast immer nur auf einen Kiefer, doppelte Apparaturen für beide Kiefer (z. B. Aktivatoren) wirken auf die Kiefergelenke und sollen Bissverschiebungen vornehmen. Die Wirksamkeit ist abhängig vom Wachstum des Patienten, der biologischen Entwicklung und der Mitarbeit des Patienten, d. h. der Tragedauer!
Wie lange dauert die Behandlung?

Die Dauer ist individuell und je nach Behandlungsfall unterschiedlich. Einzelzahn-Verschiebungen können in kürzerer Zeit durchgeführt werden, Kieferfehlstellungen und auch extreme Anomalien können eine Behandlungsdauer über viele Jahre erfordern. Während der gesamten Behandlungszeit ist besonders auf eine gründliche und regelmäßige Zahnpflege zu achten!
Kann man mit der Zahnspange normal sprechen?

Am Anfang ist das Sprechen mit der Spange sicher ungewohnt und Sie werden sich damit etwas schwer tun. Doch schon nach einiger Tragezeit wird sich die Zunge an den Fremdkörper im Mund gewöhnen und bei einer einfachen Plattenapparatur ist das Sprechen problemlos möglich. Bei den einteiligen Apparaturen für beide Kiefer ist das Sprechen eher eingeschränkt. Allerdings ist das stundenweise Tragen tagsüber notwendig, damit die Behandlungsgeräte auch in der Nacht im Munde akzeptiert werden. Deshalb sollte die Tragedauer, die der Kieferorthopäde verordnet hat, eingehalten werden!
Mein Kind hat eine Allergie, was kann passieren?

Anhand des Allergiepasses kann Ihr Kieferorthopäde prüfen, um welche Allergie es sich handelt. Dann kann entschieden werden, welche Materialien für die Behandlung möglicherweise nicht verwendet werden dürfen. Herausnehmbare Apparaturen werden aus klinisch geprüften Kunststoffen hergestellt, dies ist auch ohne Farbstoff möglich.
Die Zahnspange ist defekt, was soll ich tun?

Bitte rufen Sie sofort in der kieferorthopädischen Praxis an. Es ist unbedingt notwendig, dass die Zahnspange schnell repariert und wieder getragen werden kann. Wenn die Zahnspange nicht getragen wird, kann sich die Behandlungszeit verlängern, denn das bereits erreichte Behandlungsergebnis geht zurück. In diesem Falle wird Sie der Kieferorthopäde auch außerplanmäßig sehen wollen.
Macht die feste Spange die Zähne kaputt?

Die Spange macht die Zähne nicht kaputt! Aber eine regelmäßige und gründliche Zahnpflege ist nötig. Beläge, die durch nicht entfernte Essensreste entstehen, bilden Säuren und schädigen den Zahnschmelz. Es liegt also in den Händen des Patienten, ob es zu Schäden an den Zähnen kommt.
Der Kieferorthopäde prüft deshalb bereits vor Behandlungsbeginn, ob das Kind in der Lage ist, seine Zähne sorgfältig und regelmäßig zu reinigen. Nachdem die Spange eingesetzt wurde, wird dem Kind die Zahnpflege sorgfältig erklärt.
Wir bieten unseren Patienten eine spezielle Prophylaxe für die Zeit mit der festen Zahnspange an. Sollte die häusliche Zahnpflege stets ungenügend sein, kann die Behandlung frühzeitig abgebrochen werden. Zudem ist der Zahnarzt verpflichtet, die Krankenkasse darüber zu informieren. Bei Behandlungsabbruch wegen schlechter Zahnpflege kann die Kasse einen Teil der entstandenen Kosten von Ihnen zurückverlangen.
Wird der Zahn durch das Bekleben beschädigt?

Nein, der Zahn wird nur oberflächlich im Bereich des Brackets mit einer Säure angerauht, damit dieses auf dem Zahnschmelz haftet. Das ist nur so gering, dass es mit dem Auge kaum sichtbar ist. Mit dem Aufkleben des Brackets wird diese raue Stelle wieder verschlossen. Nach Entfernung der Brackets werden die Zahnflächen mit einem Fluoridprotector geschützt.
Wie lange dauert die Behandlung mit einer festsitzenden Spange?

Die Behandlungszeit mit der festsitzenden Spange ist je nach Behandlungsfall unterschiedlich. Um das Behandlungsergebnis zu festigen, wird auf jeden Fall noch ein herausnehmbares Retentionsgerät oder ein festsitzender Retainer notwendig sein.
Welche Metalle sind in der festen Zahnspange?

Normalerweise werden Brackets aus Edelstahl auf die Zähne geklebt. Es werden nur hochwertige Metall-Legierungen verwendet, die gesundheitlich unbedenklich sind. Sollten Unverträglichkeiten auf Materialien existieren, so teilen Sie das unbedingt mit. Es gibt Alternativen aus Edelmetallen, Titan und Keramik! Die Bögen sind aus verschiedenen Legierungen mit unterschiedlichen Eigenschaften, jeder Zahnarzt arbeitet nach seiner eigenen Methode und kann bei Fragen genaue Auskunft erteilen.
Warum eine feste Spange, geht es nicht genauso mit der herausnehmbaren?

Im Gegensatz zur losen Spange ist die feste Spange 24 Stunden im Mund und wirkt somit ununterbrochen. Die Wirkung kann sehr viel gezielter erfolgen, als es mit der herausnehmbaren Spange möglich ist, da die Kraft direkt über die Brackets auf den Zahn übertragen wird. Viele Zahnbewegungen sind nur mit der festen Spange möglich.
Was ist zu tun, wenn etwas weh tut, locker ist oder ähnliches?

Bei Schmerzen können Sie jederzeit in die Sprechstunde kommen, am Besten kurz anrufen! Am Wochenende sollte in dringenden Fällen der Notdienst angerufen werden. Wenn etwas locker ist, rufen Sie bitte sofort an und vereinbaren Sie einen Termin, damit Ihr Kieferorthopäde die Spange wieder reparieren kann.
Bei einem Praxisurlaub erfahren Sie über den Anrufbeantworter, wer Ihnen helfen kann.
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